IAK Newsletter Pflanzenproduktion 08/2018

von Marion Rothe

Aktuelle Dürre und Dürrebeihilfen

Informationsschreiben zu

• aktueller Dürre in Verbindung mit der Düngeverordnung

• Dürrebeihilfen in Sachsen über RL Krisen und Notstände

 

Dürre und DüV

Nach Hinweisen aus dem Infoschreiben Nr. 4/2018 des MULE Sachsen-Anhalt ist geplant, nach DüV §8 Abs. 5 für das Jahr 2018 eine Anrechnung von Ernteverlusten durch die anhaltende Dürre im Nährstoffvergleich zu ermöglichen. Dabei muss eine Reduzierung der tatsächlichen Ernteergebnisse in den einzelnen Kulturen von mehr als 20 % im Vergleich zum Zielertrag nach Düngebedarfsermittlung vorliegen. Meistens sind das die Erträge der vergangenen drei Jahre.

 

Beispiel: (gilt für Winterraps (für den Stickstoffentzug je Dezitonne liegen Richtwerte nach Kultur vor)

1. Ertrag Winterraps 2018 ist 30 dt/ha

2. Zielertrag in der Düngebedarfsermittlung für 2018 war 41 dt/ha

3. Ertragsverlust entspricht 27 % → Anrechnung der Verluste möglich

4. Anrechnung im Nährstoffvergleich für 2018: 41 dt/ha – 30 dt/ha = 11 dt/ha

11 dt/ha x 3,35 kg N/dt = 37 kg N/ha

5. Anbauumfang waren 100 ha → 3.700 kg N-Abfuhr zusätzlich anrechenbar

6. Für weitere Kulturen durchführen.

Ein vergleichbares Vorgehen war bisher für Hagel- und Sturmschäden möglich.

Zu beachten gilt, dass dieses Vorgehen bisher für Betriebe in Sachsen-Anhalt zugelassen ist und nur für Stickstoff gilt. Ein vergleichbares Behandeln der Ernteverluste und der damit verbunden Nährstoffentzüge wird für weitere Bundesländer erwartet.

Hinweis:
Vor der Ausbringung von organischen oder mineralischen Düngern nach der Ernte der Hauptfrucht beachten Sie bitte die Fachinformationen der zuständigen Landesbehörde für Landwirtschaft zur Düngebedarfsermittlung.

• Thüringen - Fachinformation der TLL vom 15.08.2018

• Sachsen-Anhalt - Hinweise zur Herbstdüngung vom 16.08.18 und Formblatt zur Dokumentation (Hinweise dazu vom Juni beachten)

• Brandenburg – Hinweise zur Herbstdüngung vom Juli 2018 und Formblatt zur Dokumentation

• Sachsen – Hinweise zur Herbstdüngung vom Juli 2017

 

Dürrebeihilfe durch Bund und Länder

• BB: Brandenburg hat bereits eine Liquiditätshilfe in Form eines Futterzukaufprogramms mit mind.
5 Mio. € angekündigt. An der Umsetzung der angekündigten Bund-Länder-Dürrehilfe wird gearbeitet.

• SN: In Sachsen ist eine Zuwendung infolge der Dürre über die Richtlinie „Krisen und Notstände“
(Link zu KuN/2015) möglich. Die Schadenshöhe ist dabei über alle Betriebszweige nachzuweisen.
Ab 30 % weniger Marktleistung ist die Antragstellung vom Amt empfohlen, das stellt aber keine
gesicherte Beihilfezahlung dar. Inwieweit die nun vom Bund angebotene Dürrebeihilfe hinzugezogen wird, bleibt abzuwarten.

• ST: Sachsen-Anhalt schätzt, dass fast auf zwei Drittel der Agrarfläche die Ernteverluste mehr als
30 % betragen. Abzuwarten bleibt, ob die Lage der betroffenen Betriebe existenzbedrohend ist.

• TH: Das Land Thüringen entscheidet Anfang September, ob es mittels Kofinanzierung durch den Bund existenzbedrohte Betriebe stützt. Dabei wird ein Volumen von 30 Mio. € angestrebt. Dadurch sollen, nach vorläufigen amtlichen Zahlen, 260 bedrohte Betriebe gestützt werden.

Wir werden für Sie die weitere Entwicklung des Bund-Länder-Programms beobachten und zeitnah neue Informationen kompakt bereitstellen.

 

Hinweis:
Der Deutsche Bauernverband hat auf seiner Homepage eine Übersicht zu bestehenden Futtermittelbörsen erstellt (https://www.bauernverband.de/futterboersen).

 

Ihre Ansprechpartner bei der IAK:

Tel.: 034297 714 0
Fax: 034297 714 84

Armin Bohne (Funk: 01525-4781616 oder Mail: a.bohne@iakleipzig.de)

Barbara Streblow (Funk: 0174-3349864 oder Mail: b.streblow@iakleipzig.de)

Frank Wesenberg (Funk: 0174-3349883 oder Mail: f.wesenberg@iakleipzig.de)

Marion Rothe (Funk: 01525-4781613 oder Mail: m.rothe@iakleipzig.de)

 

Zurück