Chinesische Delegation zu Besuch bei der IAK: Fachlicher Austausch zu Bodenmonitoring, Altlastensanierung und nachhaltigem Bodenschutz
Am 20.05.2026 begrüßte die IAK Agrar Consulting GmbH in Leipzig eine hochrangige chinesische Delegation im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ), das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und von der IAK als Federführer im Konsortium mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) durchgeführt wird. Der Delegation gehörten Vertreterinnen und Vertreter des Technical Centre for Soil, Agriculture and Rural Ecology and Environment (TCARE) sowie der Guangxi Research Academy of Environmental Sciences (GRAES) an, u.a. Sun Yangzhao, Direktor der GRAES, sowie Chen Hexiao, Assistant des Direktors der GRAES und Leiter des Guangxi Environmental Protection International Cooperation and Exchange Office.
Im Mittelpunkt des Fachdialogs standen aktuelle Entwicklungen im europäischen und chinesischen Bodenmanagement. Dabei wurden v.a. Themen wie Bodenmonitoring, Altlastensanierung, Bodengesundheit sowie der Umgang mit neuen Schadstoffbelastungen diskutiert.
Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der IAK in Leipzig statt. Nach einer Einführung in die Arbeit der IAK und des DCZ mit besonderem Fokus auf die Bedeutung internationaler Kooperationen für die Entwicklung nachhaltiger Umwelt- und Bodenschutzstrategien sprach Christian Wiese vom Umweltamt des Landkreises Stendal, Sachsen-Anhalt, Deutschland, der den fachlichen Austausch im Auftrag des DCZ begleitete, über die aktuellen rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen des Bodenmanagements in Deutschland und der EU. Im Mittelpunkt standen dabei u.a. das neue europäische Soil Monitoring Law, das erstmals einen harmonisierten Rahmen für die Überwachung der Bodengesundheit innerhalb der EU schaffen soll, sowie die Ziele der EU-Bodenstrategie 2030. Darüber hinaus wurden geplante Monitoring- und Berichtssysteme sowie Herausforderungen bei deren Umsetzung in den EU-Mitgliedstaaten vorgestellt. Außerdem erläuterte Herr Wiese die föderalen Zuständigkeiten in Deutschland, bestehende Bodenmonitoringprogramme sowie die Rolle von Forschungseinrichtungen und Umweltbehörden im Bereich des Bodenschutzes.
Großes Interesse zeigte die chinesische Delegation zudem an den deutschen Erfahrungen im Umgang mit kontaminierten Standorten und landwirtschaftlich belasteten Böden. Diskutiert wurden praxisnahe Beispiele zur Sanierung ehemaliger Militär- und Industriestandorte, zum Management von Schadstoffeinträgen in Flussauen sowie innovativen Ansätze wie Phytosanierung und bodenschonende Rekultivierung ehemaliger Tagebauflächen. Auch neue Schadstoffgruppen wie PFAS („Ewigkeitschemikalien“) und deren Bedeutung für Boden- und Gewässerschutz wurden thematisiert.
Die chinesische Delegation stellte im Gegenzug aktuelle Entwicklungen der chinesischen Bodenpolitik vor. Seit dem 13. Fünfjahresplan (2016-2020) verfolgt China umfassende Maßnahmen zur Vermeidung und Kontrolle von Bodenverschmutzung. Dazu zählen nationale Programme zur Reduzierung von Schwermetallbelastungen, die Sanierung kontaminierter landwirtschaftlicher Flächen sowie der Aufbau neuer Systeme für Bodenmonitoring und Bodengesundheitsmanagement. Nach Angaben der Delegation liegt die sichere Nutzung belasteter landwirtschaftlicher Flächen in China inzwischen stabil bei über 92%.
Im Rahmen des Austauschs wurden zudem zukünftige Herausforderungen bei Bodengesundheit, nachhaltiger Landnutzung und Biodiversität diskutiert. Beide Seiten betonten die wachsende Bedeutung wissenschaftlicher Kooperationen, gemeinsamer Forschungsvorhaben und internationaler Wissensplattformen zur Bewältigung globaler Umweltprobleme.
Mit dem Treffen in Leipzig wurde der fachliche Dialog zwischen deutschen und chinesischen Institutionen im Boden- und Umweltschutz weiter vertieft. Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, dass nachhaltiges Bodenmanagement und die Sicherung gesunder Böden weltweit zu den zentralen Zukunftsaufgaben gehören.