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IAK auf dem GFFA 2026: Digitale Zwillinge für Wasser, Ernährung und Resilienz

Wasser. Ernten. Unsere Zukunft.

Unter diesem Motto kamen vom 14.-17.01.2026 in Berlin auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um zentrale Zukunftsfragen globaler Agrar- und Ernährungssysteme zu diskutieren. Die IAK Agrar Consulting GmbH (IAK) beteiligte sich mit einem eigenen Stand sowie mit Beiträgen aus von ihr durchgeführten Projekten, die vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert werden, an hochrangigen Fach- und Politikformaten.

Gemeinschaftsstand IAK – VISTA: Digitale Zwillinge für nachhaltige Agrarsysteme

Auf der Kooperationsbörse präsentierte sich die IAK gemeinsam mit der VISTA Remote Sensing in Geosciences GmbH (VISTA). Im Mittelpunkt standen digitale Zwillinge (Digital Twins) für Agrar- und Ernährungssysteme: Diese ermöglichen es, Produktions- und Umweltprozesse dynamisch abzubilden, Wasserverfügbarkeit und -qualität in (nahezu) Echtzeit zu analysieren, historische Entwicklungen nachzuvollziehen und zukünftige Szenarien mithilfe von KI- und Klimamodellen zu simulieren. Auf dieser Grundlage lassen sich u.a. langfristige Strategien für nachhaltiges Wassermanagement und wirksame Wasser-Governance entwickeln – ein zentraler Beitrag zur Stärkung von Wasserresilienz und Ernährungssicherheit, dem Fokus des diesjährigen GFFA.

Unser Gemeinschaftsstand stieß auf großes Interesse. Ein Höhepunkt war der Besuch des angolanischen Agrarministers, Isaac Francisco Maria dos Anjos. Dieser würdigte ausdrücklich die über 40-jährige Zusammenarbeit der IAK mit Angola.

Delegationsbesuch der Afrikanischen Union im Rahmen des APD AU

Im Rahmen des Agrarpolitischen Dialogs zwischen der Afrikanischen Union und Deutschland zur Stärkung der Resilienz von Ernährungssystemen in Afrika (APD AU) nahm eine hochrangige Delegation der Afrikanischen Union unter Leitung von Moses Vilakati, Kommissar für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Blaue Bioökonomie und Umwelt, am GFFA teil. Ziel des Besuchs war die Vertiefung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit dem deutschen Agrarsektor, v.a. mit politischen Entscheidungsträgern, Forschungseinrichtungen und der Agrarwirtschaft.

Ein Höhepunkt war das gemeinsam mit dem BMLEH organisierte AU High-Level Panel zum Thema “Nachhaltiges Wasserressourcen-Management für ein ernährungssicheres Afrika – eine stärkere Stimme für Landwirtschaft und blaue Bioökonomie”. In seiner Keynote stellte Kommissar Vilakati die Bedeutung nachhaltiger Wasserbewirtschaftung für Ernährungssicherung, Klimaanpassung und den Ausbau der Blauen Bioökonomie in Afrika heraus.

Die Delegation nahm zudem an der Berliner Agrarministerkonferenz teil, die den politischen Höhepunkt der GFFA darstellt und mit der Verabschiedung des Abschlusskommuniqués endete. In diesem Rahmen wurde die Rolle von Wasser, Landwirtschaft und Ernährungssicherung im globalen Kontext erneut hervorgehoben. Im Rahmen des Programms fand ein bilaterales Treffen des Kommissars Vilakati mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Stärkung der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit im Agrarsektor, die Weiterentwicklung des APD sowie gemeinsame Prioritäten in den Bereichen Saatgut, Bodenfruchtbarkeit, Wasser und resiliente Ernährungssysteme. Weitere bilaterale Gespräche dienten dem gezielten Austausch mit zentralen Akteuren aus Politik, Forschung und Wirtschaft. Dazu zählten u.a. Gespräche mit Christophe Hansen, Kommissar der Europäischen Kommission für Landwirtschaft und Ernährung, sowie Prof. Dr. Andreas Ordon, Präsident des Julius Kühn-Instituts (JKI) und Elmar Pfülb, Präsident des Bundessortenamts. Ergänzt wurde das Programm durch die German-African Agribusiness Reception, bei der Kommissar Vilakati mit führenden deutschen Agrarunternehmen und Verbänden zu Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten entlang agrarischer Wertschöpfungsketten sprach.

Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch der Dahlemer Saatgutbank im Botanischen Garten Berlin. Kommissar Vilakati wurde dabei von den Agrarministern aus Botswana und Angola begleitet. Im Fokus standen der Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen, moderne Saatgutkonservierung sowie die Bedeutung von Genbanken für Ernährungssicherheit, Biodiversität und Klimaanpassung, insbesondere im afrikanischen Kontext. Insgesamt unterstrich der Delegationsbesuch die strategische Bedeutung des APD als Plattform für den strukturierten Austausch zwischen der Afrikanischen Union und dem deutschen Agrarsektor aus Politik, Forschung und Wirtschaft und stärkte die Grundlage für eine vertiefte, langfristige Zusammenarbeit.

Fachpodium zu „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“

Wasserknappheit zählt zu den drängendsten Herausforderungen der globalen Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund diskutierten Fachleute aus Wissenschaft und Praxis Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in wasserarmen Regionen – mit Blick auf ihre internationale Übertragbarkeit. Das Panel wurde vom Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) sowie der IAK Agrar Consulting GmbH und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) ausgerichtet. IAK (federführend) und IAMO führen das DCZ gemeinsam durch.

Am Beispiel Chinas wurde deutlich, wie struktureller Wasserstress und landwirtschaftliche Produktionsziele aufeinandertreffen: Große Agrarflächen stehen dort einer begrenzten Wasserverfügbarkeit gegenüber. Ähnliche Herausforderungen zeigen sich auch in Zentralasien und zunehmend in Deutschland, etwa in Brandenburg, wo klimawandelbedingte Dürren die Landwirtschaft belasten. Einigkeit bestand darin, dass technische Innovationen nur dann wirksam sind, wenn sie in integrierte Wasser- und Agrarsysteme eingebettet werden. Diskutiert wurden u.a. moderne Bewässerungstechnologien, Wasserwiederverwendung sowie digitale und KI-gestützte Lösungen zur Stärkung der Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe. Zugleich wurde betont, dass Klimaanpassung ebenso wichtig ist wie Emissionsminderung und dass internationale Kooperation, v.a. die deutsch-chinesische Zusammenarbeit sowie Nord-Süd- und Süd-Süd-Partnerschaften, eine Schlüsselrolle spielt.

Ministertreffen Südosteuropa: Landwirtschaft als Brücke zur EU-Integration

Am 16.01.2026 fand im Rahmen des GFFA das Ministertreffen Südosteuropa zum Thema „Ernährung und Landwirtschaft im Berlin-Prozess – Verbindung verschiedener Bereiche mit Blick auf den EU-Beitrittsprozess“ statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Südosteuropa und der EU diskutierten die Rolle von Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft im Berlin Process mit Blick auf den EU-Beitrittsprozess.

Die inhaltliche Grundlage der Diskussion bildete das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und der Regional Rural Development Standing Working Group of South Eastern Europe (SWG) gemeinsam erstellte Arbeitspapier „Towards 2030“, das auf der Skopje-Deklaration (2024) und den Pristina-Schlussfolgerungen (2025) aufbaut. Die IAK ist Durchführungspartner von SWG im Agrarpolitischen Dialog Deutschland – Südosteuropa (APD SEE) und betreut dort den internationalen Consultingbeitrag.

Die Ministerinnen und Minister bekräftigten, dass die Agri-Food- und Forstsektoren Schlüsselbereiche für regionale Stabilität, resilientere Lieferketten und eine glaubwürdige, leistungsbasierte Annäherung an die EU sind. Bis 2030 sollen v.a. durch die Angleichung an EU-SPS- und Veterinärstandards sowie durch eine verstärkte regionale Koordination messbare Fortschritte erzielt werden. Das Arbeitspapier dient als gemeinsame Orientierung für die weitere Zusammenarbeit im Rahmen des Berlin Process.

GFFA Cluster Meetings: Beispiele aus der IAK-Projektarbeit

Auf diesen Netzwerkveranstaltungen diskutieren Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft spezifische Themen in bestimmten Regionen – in diesem Jahr z.B. Wasser, Bioökonomie und regionale Projektarbeit – und fördern so die internationale Zusammenarbeit und den Wissensaustausch. Auch zu den von der IAK betreuten Projektregionen, z.B. Lateinamerika (LATAM), Asien, Südosteuropa sowie dem Forstsektor, fanden entsprechende Cluster-Meetings statt, an denen Vertreterinnen und Vertreter von durch die IAK durchgeführten Projekten teilgenommen haben.

Stellvertretend für alle IAK-Beiträge zwei Schlaglichter:

  • APD SEE: Karin Rau, Expertin der IAK, stellte erfolgreiche Beispiele der Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland und den Ländern des Westbalkans vor. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigte sie auf, wie enge Partnerschaften in den Agrar- und Ernährungssektoren zur wirtschaftlichen Integration beitragen und den EU-Annäherungsprozess wirksam unterstützen können.
  • Ukraine Forst: Im Forst-Cluster diskutierten Fachleute die weitere Unterstützung der Ukraine durch das BMLEH. Die IAK hob die großen Chancen der Zusammenarbeit hervor: Auf ukrainischer Seite besteht eine hohe Bereitschaft zur Weiterentwicklung, während deutsche Institutionen ihre Expertise in nachhaltiger, multifunktionaler Waldbewirtschaftung einbringen können – mit messbaren Fortschritten etwa bei der Annäherung an europäische Standards. Zugleich wurden Herausforderungen benannt, darunter kriegsbedingte Veränderungen, instabile Partnerstrukturen und ein zunehmender Bedarf an flexiblen Kooperationsinstrumenten.
26.01.2026
Ausland