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Uruguay stellt Bodennutzungspläne auf Studienreise zu Bodenkohlenstoff in Deutschland vor

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des uruguayischen Agrarministeriums (MGAP) und des nationalen uruguayischen Agrarforschungsinstituts INIA unternahm der Deutsch-Uruguayische Fachdialog Agrar vom 10.-17.09.2025 seine zweite Fachinformationsfahrt (FIF). Der Fachdialog wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) gefördert und von der IAK Agrar Consulting GmbH durchgeführt.

Zum Auftakt der Reise begrüßten das BMLEH, die uruguayische Botschaft und das Julius Kühn-Institut (JKI) die Delegation in Berlin. Daran anschließend startete die dreitägige internationale Konferenz SoilCarbon4Climate: Pathways and Solutions for Soil Carbon in Temperate Regions (11.-13.09.2025) in Berlin. Nach der Eröffnung durch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Stéphane Le Foll, Präsident der 4-per-1000-Initiative, folgten hochrangige Keynotes zur internationalen Zusammenarbeit bei der Kohlenstoffspeicherung in Böden sowie eine Diskussion über die Rolle des Privatsektors im nachhaltigen Bodenmanagement. 

Die uruguayische Delegation brachte ihre Expertise aktiv in die Break-out-Sessions des zweiten Konferenztages ein:

  • Agustín de Prado und Daniel Silveira (MGAP) stellten die nationale Politik zur Bodenkonservierung vor, die über verpflichtende Bodennutzungs- und Managementpläne (Planes de Uso y Manejo Responsable de Suelos, PUMRS) umgesetzt wird.
  • Virginia Pravia (INIA) präsentierte ihre Forschung zur Kohlenstoffspeicherung in südamerikanischen Graslandschaften und deren zentrale Bedeutung für den Klimaschutz.

Zum Abschluss der Konferenz machten Betriebsexkursionen Praxisbeispiele greifbar. Unabhängig von der Betriebsform – ob ökologisch wirtschaftender Familienhof, syntropischer Pionierbetrieb oder konventionelle Agrargenossenschaft – überzeugten alle durch innovative Ansätze für Bodengesundheit und Kreislaufwirtschaft sowie durch Engagement und Innovationsgeist.

In den Folgetagen besuchte die Delegation führende Forschungseinrichtungen: Am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. standen Projekte zu Bodengesundheit, Carbon Farming, Winderosion und autonomer Landtechnik im Fokus. Am Julius Kühn-Institut (JKI) in Kleinmachnow diskutierte die Delegation mit Forschenden über Humusprojekte, Agroforstsysteme und das Potenzial neuer Kulturarten wie Quinoa und Lupine. Abgerundet wurde das Programm durch den Besuch eines regenerativ wirtschaftenden Betriebs im Niederen Fläming, der eindrucksvoll zeigte, dass Direktsaat auch in Deutschland ein erfolgreiches Anbausystem sein kann.

Am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) erhielt die Delegation Einblicke in aktuelle Forschung zu digitaler Agrartechnologie, Biokohle, Treibhausgas-Bilanzen und Agrarökosystemleistungen. Dabei konnten auch die internationalen Forschungskooperationen zwischen Deutschland und Uruguay gezielt weiter ausgebaut werden.

Ein Beitrag der IAK-Inlandsberatung zur Agrarberatung in Deutschland bot zudem Anlass für einen lebhaften Austausch über den Wissenstransfer zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis sowie für ein vertieftes Verständnis der Belange landwirtschaftlicher Betriebe.

Abgeschlossen wurde die Studienreise mit einem Feldrundgang und einer Verkostung beim größten Sanddornproduzenten Deutschlands – ein eindrucksvoller Einblick in die Vielfalt der deutschen Landwirtschaft. 

Insgesamt zeigte die Reise, wie Wissenschaft, Politik und Praxis gemeinsam über Ländergrenzen hinweg dazu beitragen können, Böden gesund zu halten, Kohlenstoff zu speichern und die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen.

23.09.2025
Ausland