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Zukunftsfähige Wege für für eine nachhaltige Weide- und Tierwirtschaft in der Mongolei

Fact-Finding-Mission

Die Tierhaltung ist ein zentraler Pfeiler der mongolischen Wirtschaft und des sozialen Lebens: Sie erwirtschaftet rund 80% der landwirtschaftlichen Produktion, trägt etwa 10% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, macht rund 8% der Exporte des Landes aus und beschäftigt etwa 30% der Erwerbsbevölkerung. Vom 24.10.-02.11.2025 führte die IAK Agrar Consulting GmbH eine umfassende Fact-Finding-Mission in die Mongolei durch. Ziel war, ein fundiertes Verständnis der lokalen Rahmenbedingungen, institutionellen Strukturen und sektorspezifischen Herausforderungen zu gewinnen und damit die Grundlage für praxisnahe, bedarfsgerechte Projektansätze im mongolischen Tierhaltungssektor zu schaffen. 

Die Mission umfasste Feldbesuche in den westlichen Provinzen (Aimags) Bayan-Ölgii und Khovd sowie ergänzende Fachgespräche und Konsultationen in Ulaanbaatar mit nationalen Ministerien, Veterinärbehörden und internationalen Entwicklungspartnern. In zahlreichen Interviews, Fokusgruppendiskussionen und Vor-Ort-Terminen tauschte sich das IAK-Team mit Vertreterinnen und Vertretern von Aimag- und Soum-(Distrikt-)Verwaltungen, Hirtenkooperativen, Tierärzten, Agrarbetrieben, kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Forschungsinstituten und Nichtregierungsorganisationen aus.

Erkenntnisse

Die Gespräche, Feldbesuche und Beobachtungen machten deutlich, dass der mongolische Tierhaltungssektor über erhebliche Potenziale verfügt und gleichzeitig vor grundlegenden strukturellen Herausforderungen steht:

  • Das Land verfügt über enorme natürliche Ressourcen, eine lange Tradition der Tierhaltung und wachsende Exportambitionen. Es bestehen strukturelle Engpässe, v.a. durch die starke Abhängigkeit von der Fleisch- und Kaschmirproduktion, die begrenzte lokale Wertschöpfung, die unzureichende Verwertung von Nebenprodukten sowie die fehlenden Ansätze für eine Kreislaufwirtschaft. Häute, Felle und Wolle (Kaschmir) bleiben vielfach ungenutzt, obwohl sie erhebliches Potenzial für Einkommensdiversifizierung und Beschäftigung bieten. Perspektivisch können Emissionszertifikate dazu beitragen, zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen.

  • Überweidung und Degradierung von Weideland sind eine zentrale Herausforderung für die nachhaltige Landnutzung. Immer mehr Tierhalter gehen von rein nomadischen Systemen zu semi-intensiven Produktionsformen über und setzen verstärkt auf Futteranbau, Stallhaltung und Produktivität statt auf reine Herdengröße. Dieser Wandel eröffnet neue Chancen für nachhaltiges Weidemanagement, Futterproduktion und resiliente Produktionssysteme, erfordert jedoch gezielte institutionelle und technische Unterstützung.

  • Die Rückverfolgbarkeit von Tierprodukten sowie Veterinärdienste und Verarbeitungskapazitäten müssen weiter ausgebaut werden. Es wurden bereits Fortschritte bei der Entwicklung von Traceability-Systemen auf nationaler Ebene erzielt, dennoch gibt es auf lokaler Ebene weiterhin Defizite im Datenmanagement sowie bei der Zertifizierung und Einhaltung internationaler Standards. Gleichzeitig bietet die zunehmende politische Priorisierung der Exportqualität von Tierproduktion, Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit ein günstiges Umfeld für Reformen und Investitionen. 

  • Die Mission zeigte den hohen Bedarf integrierter Ansätze, bei denen Weidemanagement, Tiergesundheit, Agribusiness-Entwicklung, Wasser- und Bewässerungsmanagement sowie Klimaanpassung verbunden werden. 

Fazit 

Die Mongolei steht vor der Herausforderung, ihren Tierhaltungssektor zukunftsfähig, resilient und marktorientiert weiterzuentwickeln. Die IAK ist bereit, diesen Weg gemeinsam mit nationalen und lokalen Partnern aktiv mitzugestalten: mittels integrierter Konzepte für nachhaltige Wertschöpfung, verantwortungsvolle Ressourcennutzung und langfristige wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum.

05.11.2025
Ausland