Deutsch-Ukrainischer Agrarpolitischer Dialog (APD), Phase 6
Ziele
Ziel der 6. Projektphase ist, dass ukrainische Akteure die im strukturierten Dialog mit deutschen Institutionen und Fachkräften gewonnenen Erkenntnisse sowie die gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen aktiv nutzen, um prioritäre Reformen im Agrarsektor der Ukraine gezielt voranzutreiben.
Gleichzeitig unterstützt der Agrarpolitische Dialog die weitere Annäherung des ukrainischen Agrarsektors an europäische Standards und Rahmenbedingungen sowie die stärkere Integration ukrainischer Akteure in europäische Wirtschafts-, Handels- und Kooperationsstrukturen. Durch den Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaftsverbänden, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben werden praxisorientierte Lösungsansätze entwickelt, die sowohl Reformprozesse als auch die Wettbewerbsfähigkeit und Marktentwicklung des ukrainischen Agrar- und Ernährungssektors fördern.
Im Fokus stehen drei zentrale Ergebnisbereiche:
1. Agrarhandelspolitik, EU-Integration und Politikberatung
Durch eine gezielte, umfassende und bedarfsorientierte Politikberatung wird der ukrainische Agrarsektor schrittweise an die EU-Agrarregulierung, den Europäischen Green Deal und die Farm-to-Fork-Strategie herangeführt. Dies unterstützt die Einführung nachhaltiger Praktiken und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und Marktposition ukrainischer Agrarprodukte in der Europäischen Union.
Das ukrainische Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung wird zu allen relevanten Aspekten der EU-Integration beraten – von der Anpassung an EU-Standards über Handelserleichterungen bis hin zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Die langfristig angelegte Unterstützung stärkt die institutionellen Kapazitäten und schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltige Angleichung an EU-Politiken als Fundament für ein zukunftsfähiges landwirtschaftliches und wirtschaftliches Wachstum.
Gleichzeitig trägt der Dialog dazu bei, die Rahmenbedingungen für Handel, Investitionen und Marktintegration zu verbessern. Themen wie Agrarhandelspolitik, Exportförderung, Marktzugang, sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen (SPS), Lebensmittelsicherheit sowie die Harmonisierung regulatorischer Anforderungen werden gemeinsam mit ukrainischen und deutschen Akteuren diskutiert. Dadurch werden die Voraussetzungen für eine stärkere Einbindung ukrainischer Unternehmen in europäische Wertschöpfungs- und Handelsketten geschaffen.
2. Entwicklung ländlicher Räume
Ein regelmäßiger und fundierter Austausch zur Entwicklung ländlicher Räume und deren institutionellen Rahmenbedingungen ist etabliert, um Governance und Planung gezielt zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Verwaltungsstrukturen ausgewählter territorialer Gemeinden (TGs) in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Verband der landwirtschaftlichen Beratungsdienste der Ukraine (DORADA).
Diese Maßnahmen fördern gezielt den Ausbau lokaler Kapazitäten, um landwirtschaftliche und ländliche Herausforderungen wirkungsvoll zu bewältigen, das wirtschaftliche Wachstum voranzutreiben und eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums zu sichern.
Darüber hinaus unterstützt der APD den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu innovativen Ansätzen der Regionalentwicklung, der Diversifizierung ländlicher Wirtschaftsräume sowie der Förderung lokaler Wertschöpfung. Die Entwicklung leistungsfähiger ländlicher Strukturen trägt dazu bei, neue wirtschaftliche Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Dienstleister und Kommunen zu schaffen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der ländlichen Räume zu stärken.
3. Zentrale Dialogplattform
Der APD dient zudem als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Politik sowie Fach- und Führungskräften aus dem deutschen und ukrainischen Agrarsektor. Er ermöglicht einen intensiven Dialog zu zentralen Themen wie Kapazitätsaufbau, Investitionsförderung, privaten Produktionsstandards, Forschung und Innovation sowie weiteren agrarpolitisch relevanten Handlungsfeldern.
Darüber hinaus dient der APD als etablierte Plattform für den Austausch zu wirtschaftlichen Fragestellungen entlang verschiedener landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten. Im Rahmen von Dialogveranstaltungen, Fachgesprächen, Arbeitsgruppen und Studienreisen werden Themen wie Marktintegration, Exportentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Handelshemmnisse, Investitionsmöglichkeiten und Marktanforderungen der Europäischen Union diskutiert.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Produkten und Sektoren mit hohem Entwicklungs- und Exportpotenzial, darunter Honig, Beeren, Nüsse sowie weitere Agrar- und Lebensmittelprodukte. Gleichzeitig bietet der APD Raum für den Austausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und politischen Entscheidungsträgern zu Fragen der Markt- und Unternehmensentwicklung sowie zu agrarpolitischen Reformthemen wie Bodenmarkt, SPS-Maßnahmen und Lebensmittelsicherheit.
Die Plattform trägt maßgeblich zur Entwicklung nachhaltiger Agrarpolitiken bei. Durch die Einbindung verschiedener Perspektiven stärkt der APD die institutionelle Zusammenarbeit, fördert Innovationen und unterstützt die Annäherung an EU-Standards als zentrale Grundlage für eine zukunftsfähige Entwicklung des ukrainischen Agrarsektors. Gleichzeitig fördert sie die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutschen und ukrainischen Akteuren und unterstützt die Entwicklung langfristiger Kooperations- und Investitionsperspektiven.
Die Beratungsleistungen umfassen u.a.
- Interministerielle Vernetzung: Ukrainische Entscheidungsträger knüpfen bei Besuchen in Deutschland und Brüssel gezielt Kontakte zur EU-Integration.
- EU-Standards: Mechanismen zur Einführung und Kontrolle von EU-Standards im Agrarhandel sind etabliert.
- Handelsaktionspläne: Strategien zur Angleichung an EU-Handelsstandards werden entwickelt und umgesetzt.
- Interinstitutionelle Zusammenarbeit: Der ukrainische Verbraucherschutzdienst (SSUFSCP) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben ein Kooperationsabkommen geschlossen.
- Ländliche Entwicklung: Pilotgemeinden setzen erste Maßnahmen integrierter Entwicklungspläne um.
- EU-Informationsplattform: Ukrainische Institutionen erhalten Zugang zu einer digitalen Plattform mit EU-Rechtsakten, Leitlinien und Übersetzungen.
- Fachdialoge und Austauschformate zu Agrarhandel, Marktintegration, Investitionsförderung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit.
- Förderung des Dialogs zwischen Politik, Verbänden, landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen zu Fragen von Wettbewerbsfähigkeit, Marktzugang und Exportentwicklung.
- Wissenstransfer zu europäischen Marktanforderungen, privaten Standards sowie sanitären und phytosanitären Vorschriften.
- Unterstützung des Erfahrungsaustauschs zwischen deutschen und ukrainischen Akteuren entlang ausgewählter agrarischer Wertschöpfungsketten.
Durchführung
Durchführer ist die IAK Agrar Consulting GmbH als Federführer im Konsortium mit der GOPA AFC GmbH und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO).
Die IAK übernimmt v.a. die Koordination der Beratungs- und Dialogaktivitäten, die Organisation von Fachveranstaltungen, Arbeitsgruppen, Studienreisen und Austauschformaten sowie die Vernetzung deutscher und ukrainischer Stakeholder aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Privatwirtschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung des fachlichen und wirtschaftlichen Austauschs zwischen beiden Ländern sowie auf der Unterstützung von Reformprozessen, Marktintegration und nachhaltiger Entwicklung im ukrainischen Agrar- und Ernährungssektor.